Er sollte nicht kürzer sein als fünf Minuten kürzer als der bisher kürzeste Lauf, also wenn Ihr bisher kürzester Lauf z. B. 30 Minuten gedauert hat, sollten Sie beim „Kurzen“ nicht weniger als 25 Minuten laufen. Der kurze Lauf sollte im Gegensatz zum langen Lauf schnell sein, er kann gar nicht schnell genug sein. Mit Laufkumpanen reden sollte man auf keinen Fall können, genießen sollte man ihn auch nicht. Der kurze Lauf dient vor allem der Zerstörung des Fettstoffwechsels und dem Training des Kohlenhydrat-, im besten - und vor allem kürzesten - Fall dem Training des Phosphatstoffwechsels. Der kurze Lauf hat, wenn man sich nicht aufwärmt, eigentlich keinen Sinn; die Verletzungsgefahr ist ziemlich hoch.
Intervallshoppen Wer laufmäßig nicht so gut drauf ist, sollte es im Supermarkt mal mit Intervallshoppen versuchen. Gut aufgewärmt rennt man im Maximaltempo von Regal zu Regal, hält dort jeweils kurz inne, um Gegenstände und Lebensmittel in den Einkaufswagen zu werfen, um schnellstmöglich zum nächsten Regal weiterzueilen. Passanten und andere Einkäufer werden missachtet, im besten Fall durch böswilliges Anrempeln zu Fall gebracht. Nach der Kassa ist vor der Kassa, sprich ab dort beginnt die Cool-down-Phase. Verkehrtes Crescendo Man beginnt maximal schnell, um dann von Kilometer zu Kilometer, später von Meter zu Meter langsamer zu werden, bis man schließlich - kurz vor zu Hause - vollends zum Stehen kommt und nur noch durch die verständnisvolle Gattin ins traute Heim getragen werden kann.
Hügelläufe Hügelläufe lässt man am besten ganz aus. Was zum Teufel soll man mit etwas Abwechslung, Training im Gelände, das die Propriozeption (von der man deswegen nichts hält, weil man sie gar nicht kennt) fördert, und Natur pur anfangen. Besser man läuft tagaus, tagein seinen gleichen, immer langweiligen Trott vor sich hin und verschließt seine Augen vollends vor Neuem oder Anderem.
Haben Sie sich hier irgendwo selbst entdeckt?
Leicht möglich, denn betrachtet man das Gros der LäuferInnen, so scheint einem, dass tatsächlich auf eine dieser vier Arten „trainiert“ wird.
Lockere Läufe macht kaum mal jemand, schließlich hat man ja keine Zeit. Ebenso wenig wie im Supermarkt oder auf der Einkaufsstraße, wo scheinbar noch dazu jedem vollkommen schnuppe sein dürfte, dass auch andere Menschen existieren. Ein Crescendo (also ein Lauf, bei dem man eigentlich - nach dem Aufwärmen - kontinuierlich schneller werden sollte) wird oftmals (zumindest wenn man nicht alleine läuft) dermaßen schnell begonnen, dass man sein Tempo gar nicht mehr steigern kann. Der Sinn des negativen (also immer schneller werdenden) Trainings geht somit wunderbar flöten. Und klar ist es einfacher, immer dasselbe auf derselben Strecke zu laufen, das ist man ja gewohnt, und alles Neue schmerzt - zumindest irgendwie. Aber wirksam oder intelligent ist das nicht. Drehen Sie einfach die vier genannten Beispiele um 180 Grad um (auch das „Intervallshoppen“, das so zu einem wesentlich angenehmeren Miteinander führen dürfte), und Sie erhalten einen netten Trainings-Mix, der sich - im Sinne der Trainingseffektivität - kurz-/mittel- und langfristig auszahlen wird!
- Autor: C. Kleber (MAS)
- Link: http://www.WomanMaxFun.com
- Gelesen: 12566 mal
- Datum: 2010-07-30
publication_date Fri, 30 Jul 2010 20:43:02 CEST - RV 480 - 4 %
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